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- Berufsbetreuer werden
Der Beruf der rechtlichen Betreuung hat sich in den vergangenen Jahren stark professionalisiert. Mit der Einführung des Registrierungsverfahrens für Berufsbetreuer sind die fachlichen, persönlichen und strukturellen Anforderungen klarer definiert — zugleich aber auch komplexer geworden. Das Seminar richtet sich an Personen, die den Einstieg in die berufliche Betreuung erwägen oder konkret vorbereiten. Es verbindet zwei zentrale Perspektiven: die rechtlichen Voraussetzungen der Registrierung die praktischen Anforderungen einer selbstständigen Tätigkeit Teilnehmende erhalten einen strukturierten Überblick über den Weg in den Beruf — von der Sachkunde über das Registrierungsverfahren bis hin zu Fragen der Existenzgründung, Organisation und wirtschaftlichen Tragfähigkeit. Dabei wird deutlich: Berufsbetreuung ist nicht nur eine soziale und rechtliche Aufgabe, sondern auch eine unternehmerische Entscheidung. Das Seminar vermittelt das notwendige Orientierungswissen, um Chancen, Anforderungen und Risiken realistisch einschätzen zu können — sachlich, praxisnah und mit Blick auf die tatsächliche Berufspraxis. Inhalte im Überblick Zugangsvoraussetzungen zur beruflichen Betreuung Das Registrierungsverfahren nach BtOG und BtRegV Nachweis der persönlichen Eignung und Zuverlässigkeit Sachkundeanforderungen und Anerkennungsmöglichkeiten Ablauf und Dauer des Registrierungsprozesses Zusammenarbeit mit Betreuungsbehörden und Gerichten Selbstständigkeitsaspekte: Berufsbetreuung als freiberufliche Tätigkeit Existenzgründung: organisatorische Schritte Vergütungssystem und wirtschaftliche Kalkulation Büroorganisation und Fallmanagement Haftung, Versicherung, Datenschutz Aufbau eines Betreuungsbestandes
- Sozialrecht - Sozialverwaltungsrecht
Sozialleistungen sichern Existenzen, ermöglichen Teilhabe und schaffen soziale Stabilität. Doch der Weg zur Leistung führt fast immer über ein Verwaltungsverfahren — mit Formularen, Fristen, Bescheiden und rechtlichen Begriffen, die für juristische Laien oft schwer zugänglich sind. Hier setzt das Seminar an: Es übersetzt das Sozialverwaltungsrecht in verständliche Sprache, erklärt Abläufe Schritt für Schritt und zeigt anhand praxisnaher Beispiele, wie Entscheidungen zustande kommen — und wie man ihnen begegnen kann. Die Teilnehmenden lernen nicht „Paragrafen auswendig“, sondern verstehen Strukturen: Wie arbeitet eine Behörde? Was muss ich beachten? Wann lohnt sich ein Widerspruch? Und wie wahrt man seine Rechte, ohne den Überblick zu verlieren? Das Seminar verbindet rechtliche Grundlagen mit praktischer Handlungssicherheit — ruhig, anschaulich und alltagsnah. Seminarinhalte / Schwerpunkte 1. Grundlagen des Sozialverwaltungsrechts Einordnung in das Sozialrechtssystem Bedeutung des Sozialgesetzbuches (insb. SGB I und SGB X) Verhältnis zwischen Bürger und Verwaltung 2. Form und Antragstellung Antragserfordernis: Wann muss ich einen Antrag stellen? Formvorschriften (schriftlich, mündlich, elektronisch) Fristen und Rückwirkung Typische Fehlerquellen bei Anträgen 3. Das Verwaltungsverfahren Ablauf eines Verwaltungsverfahrens Amtsermittlungsgrundsatz: Wer muss was prüfen? Mitwirkungspflichten der Antragstellenden Akteneinsicht und Datenschutz Anhörung vor Entscheidungen 4. Rechte und Pflichten von Bürgerinnen und Bürgern Mitwirkungspflichten und ihre Grenzen Folgen fehlender Mitwirkung Beratungs- und Auskunftsansprüche Vertrauensschutz 5. Der Verwaltungsakt Was ist ein Verwaltungsakt? Aufbau und Bestandteile eines Bescheides Bekanntgabe und Wirksamkeit Nebenbestimmungen (Auflagen, Bedingungen) Rücknahme und Aufhebung 6. Rechtsmittel: Der Widerspruch Zweck und Bedeutung des Vorverfahrens Fristen und Form Begründung eines Widerspruchs Ablauf des Widerspruchsverfahrens Abhilfe, Teilabhilfe, Widerspruchsbescheid 7. Klage vor dem Sozialgericht (Überblick) Wann ist der Klageweg eröffnet? Fristen und Verfahren Kosten und Risiken Bedeutung anwaltlicher Vertretung 8. Praxisfälle und Fallbeispiele Ablehnung von Leistungen Rückforderungen Fristversäumnisse Fehlerhafte Bescheide erkennen Das Seminar richtet sich bewusst an Nichtjuristinnen und Nichtjuristen.
- Grundsicherung für Arbeitssuchende
Die Grundsicherung für Arbeitsuchende befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Mit den aktuellen gesetzlichen Änderungen werden zentrale Leitlinien des Systems neu justiert: Der Fokus verschiebt sich stärker auf Vermittlung in Arbeit, die Mitwirkungspflichten werden verbindlicher ausgestaltet und zugleich die individuelle Unterstützung ausgebaut. Dieses Seminar bietet eine kompakte und praxisorientierte Einführung in die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Grundsicherung. Neben den rechtlichen Grundlagen des SGB II Grundsicherung für Arbeitsuchende werden insbesondere die beschlossenen Reformen und ihre Auswirkungen auf Verwaltungspraxis, Beratung und Einzelfallentscheidungen beleuchtet. Im Mittelpunkt stehen dabei folgende Fragen: Welche Zielrichtung verfolgt die Reform der Grundsicherung? Wie verändert sich das Verhältnis von Förderung und Mitwirkung? Welche neuen Instrumente stehen Jobcentern zur Verfügung? Welche Konsequenzen ergeben sich für Leistungsberechtigte? Welche Herausforderungen entstehen in der Beratungspraxis? Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Einordnung der Änderungen in den sozialstaatlichen Kontext sowie auf der praktischen Umsetzung im Arbeitsalltag. Das Seminar richtet sich an Fachkräfte aus Sozialverwaltung, Beratungsstellen, Betreuungswesen und alle, die mit Leistungen der Grundsicherung arbeiten oder sich über die aktuellen Entwicklungen informieren möchten.
- Kino im Kopf
Ein Praxis-Seminar für Autoren, Kreative und Storyteller Hörbücher, Hörspiele und erzählerische Podcasts erleben seit Jahren einen enormen Aufschwung. Menschen hören Geschichten heute unterwegs, zuhause, beim Arbeiten oder abends zum Einschlafen. Gleichzeitig entstehen durch moderne Technik völlig neue Möglichkeiten für Autoren, Sprecher und Produzenten. Doch wie entwickelt man eigentlich eine Geschichte für das Ohr? Dieses praxisorientierte Seminar vermittelt Schritt für Schritt die Grundlagen moderner Hörmedien – von der ersten Idee bis zur fertigen Produktion. Anhand eines konkreten Praxisbeispiels erleben die Teilnehmenden, wie aus einem literarischen Text ein lebendiges Hörbuch oder atmosphärisches Hörspiel entsteht. Im Mittelpunkt stehen dabei: Dramaturgie und Spannungsaufbau, hörbare Figuren und Dialoge, Geräuschregie und Atmosphäre, Sprecherführung und Emotion, Aufnahme- und Studiotechnik, Schnitt und Nachbearbeitung, Musik und Klanggestaltung, Veröffentlichung und Vermarktung. Das Seminar verbindet theoretisches Wissen mit konkreter praktischer Anwendung. Szenen werden analysiert, umgeschrieben und gemeinsam akustisch gedacht. Dabei entsteht ein lebendiger Einblick in die kreative Welt des akustischen Erzählens. Das Seminar richtet sich insbesondere an: Autoren, Hörspiel- und Podcastinteressierte, Kreative, Sprecher, Medienpädagogen, Kulturschaffende, sowie alle, die Geschichten professionell hörbar machen möchten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Wichtiger als Technikbegeisterung ist Freude am Erzählen. Denn gute Hörmedien entstehen dort, wo Stimmen, Atmosphäre und Vorstellungskraft aufeinandertreffen – im Kino im Kopf.
- Kreatives Schreiben - Erzählformen
Lernen Sie die literarischen Spielformen kennen – und finden Sie die, die zu Ihrer Geschichte passt. Dieses Webinar vermittelt einen fundierten Überblick über epische Textformen. Teilnehmende verstehen Unterschiede, Einsatzmöglichkeiten und typische Strukturen – von der Kurzgeschichte bis zum Roman. Ziel ist, die passende Form für eigene Stoffe zu erkennen. Inhalte Einführung in die Epik Prosa als moderne Erzählform Die Kurzgeschichte Merkmale, Länge, Verdichtung Die Novelle Fokus auf eine Handlung, „unerhörte Begebenheit“ Der Roman Stoffvielfalt, Subgenres Die Erzählung als Zwischenform Stoffwahl und Formentscheidung Beispielanalysen bekannter Werke Ideenfindung für eigene Texte
- § 1831 BGB - Unterbringung und mehr
Freiheitsentziehende Maßnahmen gehören zu den sensibelsten Eingriffen im Betreuungsrecht. Zwischen Schutzpflicht, Selbstbestimmung und erheblichem Grundrechtseingriff stehen Betreuer, Bevollmächtigte, Einrichtungen und Behörden häufig vor schwierigen Entscheidungen. Wann ist eine Unterbringung zulässig? Welche Voraussetzungen gelten für Bettgitter, Fixierungen oder sedierende Medikamente? Und was gilt eigentlich im häuslichen Umfeld? Das Seminar vermittelt praxisnah die aktuellen rechtlichen Grundlagen zu Unterbringungen gemäß § 1831 BGB, unterbringungsähnlichen Maßnahmen sowie ärztlichen Zwangsmaßnahmen. Dabei werden insbesondere die Voraussetzungen der Eigengefährdung, das Ultima-Ratio-Prinzip, die Anforderungen an Verhältnismäßigkeit und gerichtliche Genehmigungen sowie die Rolle von Betreuern, Bevollmächtigten und Betreuungsbehörden behandelt. Auch die Abgrenzung zum PsychKG und die besonderen rechtlichen Probleme freiheitsentziehender Maßnahmen in der eigenen Wohnung werden praxisorientiert erläutert. Im Mittelpunkt stehen typische Fallkonstellationen aus der Betreuungspraxis: Wann liegt überhaupt eine freiheitsentziehende Maßnahme vor? Welche Alternativen müssen zuvor geprüft werden? Welche Bedeutung haben Wunsch- und Willensorientierung nach § 1821 BGB? Wie läuft ein gerichtliches Unterbringungsverfahren ab? Welche Risiken bestehen für Betreuer und Einrichtungen? Wo liegen die Grenzen zwischen Fürsorge und Freiheitsberaubung? Das zweistündige Seminar richtet sich insbesondere an rechtliche Betreuerinnen und Betreuer, Mitarbeitende von Betreuungsbehörden, Verfahrenspfleger, Mitarbeitende sozialer Einrichtungen sowie Interessierte aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. Ziel ist es, Sicherheit im Umgang mit einem der rechtlich und ethisch anspruchsvollsten Bereiche des Betreuungsrechts zu vermitteln.
- Kreatives Schreiben - Spannung
Das Abschlusswebinar verbindet Stilistik, Erzähltechnik und Veröffentlichungswissen. Es zeigt, wie Texte lebendig werden – und wie sie ihren Weg zu Leserinnen und Lesern finden. Inhalte Erzählperspektiven Auktorial Personal Ich-Perspektive Vor- und Nachteile Perspektivfehler vermeiden Der erste Satz Funktion und Wirkung Neugier erzeugen Spannungstechniken Suspense Überraschung Informationssteuerung Szenisches Schreiben Show, don’t tell Szenenaufbau Setting & Atmosphäre Dialogführung & Subtext Sprache & Stil Adjektive/Adverbien dosieren Aktiv statt Passiv Präzision im Detail Der Schluss Konfliktlösung Nachklang Typische Fehler Überarbeiten Abstand gewinnen Kürzen & Straffen Lautlesen Veröffentlichen Verlag vs. Selfpublishing Exposé & Vita Manuskriptstandards ISBN, VG Wort
- Kontrollbetreuer - Aufgaben und Rechte
Die Kontrollbetreuung ist ein besonderes Instrument des Betreuungsrechts. Sie wird nicht leichtfertig eingerichtet, sondern dort, wo eine zusätzliche rechtliche Kontrolle erforderlich erscheint — insbesondere bei bestehenden Vollmachten oder bei konkreten Zweifeln an der ordnungsgemäßen Wahrnehmung von Angelegenheiten. Damit ist die Rolle anspruchsvoll: Kontrollbetreuer sind weder „Ersatzbetreuer“ noch reine Beobachter. Sie bewegen sich in einem sensiblen Spannungsfeld zwischen Schutzauftrag, Eingriffsintensität und Respekt vor bestehenden Vertretungsstrukturen. Dieses Seminar bietet eine strukturierte Einführung in die rechtlichen Grundlagen und praktischen Anforderungen der Kontrollbetreuung. Es schafft Klarheit über Befugnisse, Grenzen und Verantwortlichkeiten und stärkt die Sicherheit im Umgang mit dieser besonderen Betreuungsform. Die Darstellung erfolgt kompakt, systematisch und anhand praxisnaher Beispiele. Inhaltsschwerpunkte (2 Stunden) 1. Rechtliche Grundlagen der Kontrollbetreuung Gesetzliche Verankerung im Betreuungsrecht Voraussetzungen für die Einrichtung Abgrenzung zur „normalen“ Betreuung Verhältnis zur Vorsorgevollmacht 2. Aufgaben und Funktion Prüf- und Überwachungsaufgaben Informationsrechte Einsichts- und Auskunftsansprüche Berichtspflichten gegenüber dem Gericht 3. Rechte und Befugnisse Umfang der Vertretungsmacht Grenzen der Eingriffsbefugnis Antragsrechte gegenüber dem Gericht Umgang mit Konflikten 4. Praktische Herausforderungen Zusammenarbeit mit Bevollmächtigten Umgang mit Verdachtsmomenten Dokumentation und Nachweisführung Haftungsfragen im Überblick 5. Fallbeispiele aus der Praxis Kontrolle bei Vermögensverwaltung Konflikte zwischen Angehörigen Prüfung von Vollmachten Typische Fehlerquellen Zielgruppe Berufsbetreuerinnen und Berufsbetreuer Ehrenamtliche Betreuer Mitarbeitende von Betreuungsbehörden Personen mit betreuungsrechtlicher Vorbildung
- Betreuungsvermeidende Hilfen, Abgrenzung
Nicht jede Krise erfordert rechtliche Betreuung. Und nicht jede Hilfe darf so weit gehen, dass sie Selbstständigkeit ersetzt. Dieses Seminar widmet sich einem Bereich, der oft im Schatten formaler Zuständigkeiten liegt: betreuungsvermeidende Hilfen. Es geht um die Frage, wann Unterstützung notwendig ist – und wann sie bereits zu weit greift. Im Zentrum steht die klare Abgrenzung zur rechtlichen Betreuung. Welche Voraussetzungen müssen vorliegen? Wo beginnt die Verantwortung des Gerichts, wo endet die der sozialen Arbeit? Und vor allem: Welche Möglichkeiten bestehen, Menschen zu stabilisieren, ohne ihre Eigenverantwortung zu unterlaufen? Anhand praxisnaher Konstellationen werden typische Grenzfälle sichtbar gemacht. Das Seminar zeigt, wie Hilfen so gestaltet werden können, dass sie Orientierung geben, ohne zu ersetzen – und wie Fachkräfte ihre eigene Rolle dabei klar bestimmen. Ein besonderer Fokus liegt auf der professionellen Abgrenzung: Wie viel Nähe ist notwendig, wie viel Distanz ist geboten? Und woran erkennt man den Punkt, an dem Unterstützung in Stellvertretung kippt? Das Seminar richtet sich an Fachkräfte, die Verantwortung tragen – und dabei die Selbstständigkeit der ihnen anvertrauten Menschen nicht aus dem Blick verlieren wollen.
- Wohngeld und andere Sozialleistungen
Das Wohngeld nimmt im deutschen Sozialleistungssystem eine besondere Stellung ein. Es ist keine klassische Sozialhilfeleistung, sondern eine wohnkostenbezogene Zuschussleistung, die Haushalte mit geringem Einkommen unterstützen soll. In der Praxis stellt sich jedoch häufig die Frage, wie Wohngeld zu anderen Sozialleistungen steht und wann ein Anspruch besteht oder ausgeschlossen ist. Das Seminar vermittelt einen systematischen Überblick über die Rolle des Wohngeldes im Gefüge der existenzsichernden Leistungen. Ausgangspunkt ist die rechtliche Einordnung des Wohngeldes sowie seine Funktion als eigenständige Leistung neben Grundsicherungsleistungen. Ein Schwerpunkt liegt auf den Schnittstellen zu anderen Sozialleistungen, insbesondere zu: Bürgergeld nach dem SGB II Sozialhilfe und Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung nach dem SGB XII Kinderzuschlag Ausbildungsförderung (BAföG) Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die Teilnehmer lernen, Anspruchsausschlüsse, Vorrangregelungen und Wechselwirkungen zwischen den Leistungen sicher zu erkennen. Anhand praxisnaher Beispiele wird aufgezeigt, wann Wohngeld möglich ist, wann andere Leistungen vorrangig sind und welche typischen Fehler in der Praxis auftreten. Das Seminar richtet sich insbesondere an Mitarbeiter von Behörden, Sozialdiensten und Beratungsstellen sowie an rechtliche Betreuer, die in ihrer täglichen Arbeit mit Fragen der Existenzsicherung und Wohnkostenunterstützung konfrontiert sind. Ziel ist es, Rechtssicherheit zu schaffen und Handlungssicherheit im Umgang mit den verschiedenen Leistungsarten zu gewinnen.
- Historische Romane schreiben
Dieses zweistündige Seminar bietet eine konzentrierte und zugleich literarisch sensible Einführung in die Kunst des historischen Erzählens. Es richtet sich an Schreibende, die ihre Geschichten nicht nur in der Vergangenheit ansiedeln, sondern diese als lebendige, tragende Dimension begreifen möchten. Im Zentrum steht die Frage, wie aus historischer Wirklichkeit erzählerische Gegenwart entsteht. Ausgehend vom Spannungsfeld zwischen Fakten und Fiktion werden die grundlegenden Prinzipien des historischen Romans erarbeitet: die Bedeutung sorgfältiger Recherche, der bewusste Umgang mit Leerstellen sowie die Entwicklung von Figuren, die in ihrer Zeit verankert und dennoch zugänglich bleiben. Ein besonderer Fokus liegt auf der Gestaltung von Atmosphäre und Sprache. Es wird gezeigt, wie sich historische Welten nicht durch bloße Beschreibung, sondern durch gezielte Wahrnehmung, Auswahl und Verdichtung erschließen. Dabei wird auch thematisiert, wie Anachronismen vermieden werden und wie sich ein stimmiger Ton zwischen historischer Distanz und heutiger Lesbarkeit entwickeln lässt. Im zweiten Teil des Seminars verschiebt sich der Blick stärker auf die konkrete Schreibpraxis. Die Teilnehmenden lernen, wie sie aus einem historischen Stoff einen tragfähigen Entwurf entwickeln, wie Handlung und Historie miteinander verzahnt werden und wie Spannung auch dann entsteht, wenn der Ausgang der Ereignisse bekannt ist. Abschließend wird der Prozess der Überarbeitung als entscheidender Schritt zur literarischen Verdichtung beleuchtet. Das Seminar verbindet theoretische Impulse mit reflektierender Praxis und eröffnet einen Raum, in dem historisches Schreiben als Haltung erfahrbar wird – präzise, bewusst und mit einem Gespür für die leisen Zwischentöne der Zeit.
- Kreatives Schreiben - Start & Grundlagen
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